Erfahrungsbericht „Kinder bauen“ Niederbiel

Bei uns in Niederbiel gehört „Kinder bauen“ fest zum Jahresablauf. Vor allem bei den Kindern im Dorf. Einige fragen immer wieder nach: „Wann kommen denn wieder die Legosteine?“Kinderbauen_3 Irgendwann, im Spätsommer oder im Herbst kommen dann die Steine wirklich. Vorher wurden Einladungszettel in der Grundschule verteilt. Kinder die das erste Mal teilnehmen, haben den Vortritt. Dann dürfen auch andere, die schon mal teilgenommen haben. Kinder die schon öfter teilgenommen haben und auch schon ein paar Jahre älter sind, können als Mitarbeiter teilnehmen.

Am ersten Tag werden die Kinder empfangen. Sie bekommen ein Namensschild. Dann werden sie noch mal offiziell begrüßt und kurz mit den Regeln bekannt gemacht. Anschließend teilen sie sich in Baugruppen auf.

Jedes Kind baut sein Haus. Der Grundriss muss gleich bleiben. Außerdem bauen wir nur Reihenhäuser. Das bedeutet, es gibt nur Fenster und Türen nach vorne und hinten. Auch die Dächer gehen alle in dieselbe Richtung. Aber ansonsten ist Raum da für Individualität. Wenn die Häuser fertig sind, werden sie auf die Platte gestellt. Freunde werden Nachbarn, aber auch neue Nachbarschaften entstehen.

Kinderbauen_1Meistens sind dann seit dem Anfang schon 90 Minuten vorbei: Zeit für eine erste Pause. Jetzt gibt es was zu futtern und zu trinken. Anschließend werden noch ein oder zwei Lieder gesungen und eine kurze Geschichte gehört. Keiner soll an „Kinder bauen“ teilgenommen haben, ohne was von Jesus gehört zu haben. Dann werden die Finger gewaschen und es geht weiter. Für die meisten Kinder steht dann die Gestaltung ihrer Gärten im Mittelpunkt. Einige fangen an diesem Nachmittag dann schon das erste größere Projekt an. Wenn drei Stunden vorbei sind, kommen auch Papas und Mamas und holen die Kinder ab. Aber es wird noch nichts verraten. Die Präsentation der Stadt am Ende von „Kinder bauen“, soll ja eine Überraschung werden.

Am nächsten Tag geht es dann weiter und zwar mit den größeren Projekten. Kirche, Hochhaus, Rundhaus, Stadttor, Landhaus, um nur einige zu nennen. Manche dieser Bauwerke sind auch für die Mitarbeiter eine echte Herausforderung, weil sie nämlich versuchen müssen, anhand der Bilder das Haus zu bauen und gleichzeitig auf die vielen flinken Fingerchen zu achten, die in der Zwischenzeit schon am Bauwerk weiterbauen. Wieder gibt es eine Pause. Wieder werden danach die Finger gewaschen. Wieder geht die Zeit zu Ende und wieder werden die Kinder abgeholt. Aber verraten wird immer noch nix. Zu Beginn des dritten Tags sind einige Projekte bereits fertig. Andere werden noch beendet. Kleinere Bauwerke können noch gebaut werden. Das Highlight ist der Bau des Stadions. Da gibt es mehr Bauwillige als benötigt werden.

Am Ende wird dann die ganze Stadt noch aufgeräumt und für die Präsentation vorbereitet. Weil „Kinder bauen“ kein Wettbewerb ist, ist auch das Ergebnis jedes Mal anders. Am schönsten für mich sind die kleinen Szenen, die sich die Kinder einfallen lassen.

Dann ist die Zeit wieder um.

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Für den nächsten Tag sind alle Eltern eingeladen worden, zusammen einen Gottesdienst zu feiern. Anschließend ist Besichtigung der Stadt. Stolz zeigen die Baumeister ihre Werke. Es kann auch noch gespielt werden. Wer möchte, bekommt was zu Essen und zu trinken. Aber nicht da, wo die Stadt ist. Das ist schon die ganze Woche Regel Nummer 1.

 

Aber damit ist der Spass immer noch nicht vorbei. Wieder am nächsten Tag wird die Stadt abgebaut. Auch dazu kommt noch das eine oder andere Kind und hilft gerne mit, alles abzubauen und weg zu sortieren. Das ist auch gut so, weil die Kinder häufig genau wissen wo sie die Sachen geholt haben. Am Ende steht dann die Stadt zum Abtransport bereit und wartet auf den nächsten Einsatz.

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