Motivation und Prozessbegleitung einer evangelisierenden Gemeinde

Das ist unser wichtigster Wert: Es geht uns nicht zuerst um Aktionen, sondern um das missionarische Leben möglichst vieler Gemeindeglieder.

Ohne missionarische Gesinnung laufen die meisten missionarischen Aktionen ins Leere und können leicht zu „Alibi-Veranstaltungen“ werden.

Dieses Blatt sollte von dir als Pastor / euch als Gemeindeleitung im Blick auf eure Gemeindesituation immer wieder bearbeitet/reflektiert werden.

Die „treibende Kraft“

Eine grundsätzliche Frage ist:

Wo wird der missionarische Prozess kommuniziert und mit wem wird er gestartet?

  1. Ein missionarischer Prozess kann durch die Gemeindeleitung initiiert werden, indem man die Vision eines missionarischen Lebensstil formuliert, sie dann zuerst an die Mitarbeiter kommuniziert und mit diesen gemeinsam beginnt sie umzusetzen bis schließlich die „ganze“ Gemeinde davon geprägt ist. Die Veränderung hin zu einer missionarischen Gemeinde nimmt seinen Lauf von „oben“ nach „unten“.
  2. Alternativ dazu kann man sich genauso gut vorstellen, dass die Vision eines missionarischen Lebensstils in einer kleinen motivierten Gruppe innerhalb der Gemeinde seinen Anfang nimmt. Von dort ausgehen wird dieser neue Lebensstil praktiziert und in die Gemeinde hinein kommuniziert, bis schließlich die „ganze“ Gemeinde mit einbezogen ist. Hier verläuft die Veränderung der Gemeinde ausgehend von einem Teil der „Basis“ und durchdringt mit der Zeit die Gemeinde als Ganzes.

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Schritte im Prozess zu einem missionarischen Lebensstil/
einer missionarischen Gemeinde

Der Weg von einer bestehenden Gemeinde hin zu einer missionarischen Gemeinde führt vereinfacht über folgende Schritte:

  1. Abgleich von SOLL (Ziel) – / IST (Ausgangs) – Zustand
  2. Konkrete (zielführende) Aktion um die dadurch erkannten Defizite auszuräumen

 

Der SOLL- / IST- Abgleich muss auf zwei Ebenen erfolgen, nämlich der des persönlichen Lebensstils und der der Gemeinde als Ganzes.

 

Was ist ein missionarischer Lebensstil (der Einzelne im Blick)?

  1. Was ist klar bzw. vorhanden?
  2. Wo sind Defizite?

Was ist eine missionarische Gemeinde (Gemeinde als Ganzes im Blick)?

  1. Was ist klar bzw. vorhanden?
  2. Wo sind Defizite

 

Beim SOLL - / IST- Abgleich sollten mindestens folgende Bereiche berücksichtigt werden:

 

  1. Wie steht es um das geistliche Leben der Gemeinde?

Die Grundvoraussetzung, mit der der Prozess steht und fällt, ist das geistliche Leben. Gibt es eine leidenschaftliche, hingegebene Ausrichtung auf Jesus und seinen Willen? Hierzu gehört z.B. das Gebetsleben der Gemeinde (vgl. Modul 1-Thema 1, „Schlüsselfunktion“ Gebet).

Ganz allgemein gilt hier: Knapp vorbei ist auch daneben!

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  1. Welches Verständnis von Mission ist vorhanden?

Neben dem geistlichen Leben ist natürlich das Verständnis von Mission grundlegend für einen missionarischen Lebensstil. Allzu oft ist das Verständnis der Gemeindeglieder zu eng bzw. zu weit.

Hier lohnt es sich genau hinzuschauen. Was ist der Unterscheid von missionarischen Veranstaltungen zu einem missionarischen Lebensstil? Ist Evangelisation nur etwas für Evangelisten oder für jedes Gemeindeglied? Usw.

Mission ist keine Methode, sondern ein Lebensstil. Folglich ist Mission so vielfältig wie die Menschen, die sich darauf einlassen (Vgl. z.B. Modul 1 – Thema 4).
Nur wenn hier die Weichen richtig gestellt sind, werden wir in die richtige Richtung vorankommen.

  1. Wie werden Beziehungen in der Gemeinde und nach außen gelebt?

Eine weitere entscheidende Frage zum Ausgangszustand ist die, nach den gelebten Beziehungen zu den Menschen außerhalb der Gemeinde. Der Missionsbefehl lautet nicht umsonst „Gehet hin …“. Wir dürfen nicht warten, bis die Menschen kommen, sondern sollen zu ihnen gehen (Vgl. z.B. Modul 1- Thema 7, „Gesunde Beziehungen zu Nichtchristen – so wird ihr Christsein ansteckend“).

 

Der missionarische Prozess auf einen Blick

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